Was kann oder soll Philosophie

Philosophie kann die Stabilität der Grundlagen unseres Lebens (Urteilens und Handelns) prüfen. Wer philosophiert, stellt zunächst mal die selbstverständlichen Annahmen in frage, aus denen er selbst und seine Mitmenschen ihre Entscheidungen treffen. Warum ist das gut? Weil wir immer wieder feststellen, dass „irgendwas nicht stimmen kann“ mit der Art, wie wir die Welt sehen, etwa, weil wir mit anderen Menschen trotz kluger Argumentation nie Einigkeit erzielen, oder weil nicht die Dinge passieren, die wir als Ergebnis unserer Handlungen sicher erwarten.

Da kann man sich immer damit herausreden, dass man eben irgendwas nicht gewusst hat oder dass die wissenschaftliche Theorie, auf die man sich beim handeln vielleicht beruft, noch nicht perfekt ist. Man kann aber auch fragen, ob die Art, wie man die Welt, sich selbst und die Anderen auffasst und versteht, überhaupt so selbstverständlich angemessen ist. „Was kann oder soll Philosophie“ weiterlesen

Was macht Philosophie?

Woran erkennt man Philosophie? Hat sie einen Gegenstand, eine Methode oder ein klares Erkenntnisziel? Irgendwie wissen wir, wann wir philosophieren, obwohl wir eine klare Definition dieses Denkens nicht angeben können. Vielleicht ist Philosophie gerade das Denken, das keinen eindeutigen Gegenstand hat, aber trotzdem als notwendig angesehen wird? Dem widerspricht, dass wir doch Teil-Disziplinen des Philosophierens angeben können, die wir gerade durch ihren Gegenstand voneinander unterscheiden. Der Logik etwa geht es um die Regeln des Denkens, der Erkenntnistheorie um die Möglichkeiten, Grenzen und Gegenstände des Erkennens der Welt, der Religionsphilosophie geht es um Religion. Also hat die Philosophie doch Gegenstände? Merkwürdig aber ist, dass sie diese Gegenstände dann mit je bestimmten Wissenschaftsdisziplinen gemeinsam hat, etwa mit der Psychologie, wenn es ums Denken und Erkennen geht, mit der Religionssoziologie oder -Geschichte, wenn es um die Religion geht. „Was macht Philosophie?“ weiterlesen

Zur Popularisierung der Philosophie

Die Philosophie unterscheidet sich von den positiven Wissenschaften auf vielerlei Weise, und insbesondere dadurch, dass es für sie zwei grundverschiedene Arten der Popularisierung gibt. Wenn man philosophisch über Popularisierung der Philosophie reflektieren will, muss man zuerst diese beiden Formen unterscheiden. Denn nur die eine ist bedenklich, die andere ist sogar notwendig.

Die eine Form ist tatsächlich dem ähnlich, was man auch sonst als populärwissenschaftlich bezeichnet. Da geben dann studierte, promovierte, am besten sogar als Professor anzuredende Experten Auskunft über das, was die interessierten Menschen eben so interessiert. Sie schreiben Bücher oder Zeitschriftenartikel, die schon im Titel oder im Untertitel ein „Wie“ oder ein „Warum“ zu stehen haben und vorgeben, diese Fragen auch beantworten zu können. Die Texte klingen irgendwie allgemeinverständlich und plausibel, die Schlussfolgerungen scheinen zwingend zu sein, und wo man ihnen aus der Logik des Textes heraus doch nicht folgen kann, hilft dem Leser die Autorität des ausgewiesenen und sympathischen Experten. „Zur Popularisierung der Philosophie“ weiterlesen